Leistung 01 — Schadstoffsanierung

Asbest­sanierung

Fachgerecht erkennen, sicher abschotten, mit Nachweis entsorgen — in Köln und Umgebung.

Wo Asbest verbaut wurde

Asbest war bis zum Verbot 1993 ein Standardbaustoff, und in Bestandsgebäuden liegt er bis heute. Er ist billig, feuerfest, druckfest und chemisch beständig — genau deshalb wurde er über Jahrzehnte in fast jedes Gewerk eingebaut.

Wer ein Gebäude aus dieser Zeit umbaut, sollte vor dem ersten Schlag wissen, woran er ist — auch weil eine Entkernung sonst die halbe Baustelle kontaminiert. Typische Fundstellen:

  • Fassaden- und Dachplatten aus Faserzement, oft „Eternit" genannt
  • Wellplatten auf Garagen, Carports und Schuppen
  • Floor-Flex-Fliesen und der schwarze Bitumenkleber darunter
  • Nachtspeicheröfen aus den 1960er- und 1970er-Jahren
  • Rohr- und Kesselisolierungen, Dichtungsschnüre
  • Spachtelmassen, Fliesenkleber und Putze
  • Spritzasbest an Stahlträgern und Decken

Fest oder schwach gebunden — der entscheidende Unterschied

Fest gebundener Asbest sitzt in einer Zementmatrix. Solange die Platte heil ist, gibt sie kaum Fasern ab; gefährlich wird sie beim Brechen, Bohren oder Abstrahlen. Der Ausbau ist mit den richtigen Verfahren überschaubar.

Schwach gebundener Asbest — Spritzasbest, Leichtbauplatten, alte Isolierungen — hat einen hohen Faseranteil und eine weiche Matrix. Er setzt schon bei Erschütterung Fasern frei. Solche Arbeiten verlangen einen vollständig abgeschotteten Schutzbereich und gehören zu den aufwendigsten Sanierungen im Bestand.

Diese Unterscheidung bestimmt Verfahren, Dauer und Preis stärker als die Fläche.

Wie eine Sanierung abläuft

Der Ablauf ist in der TRGS 519 geregelt und lässt wenig Spielraum. Das ist gut so — er schützt Bewohner, Nachbarn und die eigenen Leute.

  • Feststellung: Probenahme und Analyse durch ein akkreditiertes Labor
  • Anzeige der Arbeiten bei der zuständigen Behörde vor Beginn
  • Schutzbereich: Abschottung, Schleuse, Unterdruckhaltung mit Filterung
  • Ausbau möglichst zerstörungsfrei, staubarm, mit Faserbindemittel
  • Verpackung in gekennzeichneten, staubdichten Behältern
  • Feinreinigung des Bereichs, danach Freimessung der Raumluft
  • Freigabe, Rückbau der Abschottung, Entsorgungsnachweis

Woran Sie Asbest im eigenen Haus erkennen

Sicherheit bringt nur die Laborprobe. Baujahr und Bauteil grenzen den Verdacht aber sehr zuverlässig ein — hier die Faustregeln, mit denen auch wir bei der Besichtigung arbeiten.

Gebaut oder saniert zwischen 1960 und 1990: Verdacht ist die Regel, nicht die Ausnahme. Ab 1993 gilt das Herstellungs- und Verwendungsverbot, verbaut wurden Restbestände aber noch bis etwa 1995.

  • Graue, leicht wellige Fassaden- oder Dachplatten, oft mit Moosbewuchs — Faserzement, Baujahr bis 1993
  • Quadratische Bodenfliesen von 25 oder 30 Zentimetern in Braun-, Grau- oder Marmoroptik — Floor-Flex, meist 1960 bis 1985
  • Schwarzer, spröder Kleber unter altem Linoleum oder Parkett — kann Asbest und PAK enthalten
  • Nachtspeicheröfen mit Baujahr vor 1977 — hier sitzt der Asbest im Inneren
  • Weiße bis graue Ummantelungen an Heizungsrohren im Keller
  • Weiche, faserige Beschichtungen auf Stahlträgern — Spritzasbest, der gefährlichste Fall
  • Dichtungsschnüre in alten Öfen, Kaminen und Sicherungskästen

Ablauf bei bewohnten Objekten

Die häufigste Frage bei der Besichtigung ist nicht, was es kostet — sondern ob man während der Arbeiten in der Wohnung bleiben kann. Die Antwort hängt davon ab, ob sich der Bereich sauber abschotten lässt.

Ein einzelner Nachtspeicherofen oder ein Bad lässt sich mit Schleuse und Unterdruck so abtrennen, dass der Rest der Wohnung nutzbar bleibt. Wir richten die Schleuse dann so ein, dass sie den Fluchtweg nicht blockiert, und arbeiten in Abschnitten.

Bei großflächigem Bodenbelag über mehrere Räume oder bei schwach gebundenem Asbest an Decken ist ein zeitweiliger Auszug der sicherere Weg — und meist auch der schnellere, weil ohne Rücksicht auf Wohnbetrieb durchgearbeitet werden kann. Wir sagen Ihnen das offen, statt eine Lösung zu verkaufen, die im Alltag nicht funktioniert.

Was die Sanierung kostet

Eine seriöse Zahl entsteht erst nach der Besichtigung. Den Ausschlag geben: Bindungsart, Fläche, Zugänglichkeit, ob im bewohnten Bestand gearbeitet wird und wie viel Material als gefährlicher Abfall entsorgt werden muss.

Wir weisen Sanierung und Entsorgung im Angebot getrennt aus. Die Besichtigung ist kostenlos, auch dann, wenn sich am Ende herausstellt, dass gar kein Asbest verbaut ist.

Grobe Einordnung nach Bauteil, damit Sie eine Vorstellung bekommen — verbindlich wird es erst nach der Besichtigung:

  • Eternit-Fassade oder Garagendach: der günstigste Fall, weil außen und fest gebunden
  • Floor-Flex-Fliesen samt Kleber: mittlerer Aufwand, steigt deutlich, wenn der Estrich mit muss
  • Nachtspeicheröfen: wird pro Gerät kalkuliert, unabhängig von der Wohnungsgröße
  • Rohrisolierungen im Keller: hängt an den laufenden Metern und der Zugänglichkeit
  • Spritzasbest an Decken oder Trägern: der aufwendigste Fall, voller Schutzbereich zwingend

Was dazugehört — und was nicht

Das übernehmen wir

  • Beratung und Einschätzung vor Ort
  • Anzeige bei der Behörde
  • Schutzbereich und Unterdruckhaltung
  • Ausbau asbesthaltiger Bauteile
  • Entsorgung mit Nachweis
  • Anschließende Entkernung oder Abbruch

Das übernehmen andere

  • Laboranalyse der Proben (akkreditiertes Labor)
  • Freimessung (unabhängiger Sachverständiger)
  • Gutachten für Behörden oder Gericht
  • Neubau und Wiederherstellung

Häufige Fragen

Woran erkenne ich Asbest?

Mit bloßem Auge sicher gar nicht. Baujahr und Bauteil geben Hinweise — Faserzementplatten, Floor-Flex-Fliesen, Nachtspeicheröfen —, aber Gewissheit bringt nur eine Materialprobe im Labor. Nehmen Sie die Probe nicht selbst; schon das Abbrechen einer Ecke kann Fasern freisetzen.

Muss ich ausziehen, während saniert wird?

Nicht zwingend. Bei kleinen, gut abgrenzbaren Bereichen lässt sich der Schutzbereich so einrichten, dass der Rest der Wohnung nutzbar bleibt. Bei großflächigen Arbeiten mit schwach gebundenem Asbest ist ein zeitweiliger Auszug meist der sicherere und am Ende auch schnellere Weg.

Wer meldet die Arbeiten an?

Das übernehmen wir. Asbestarbeiten sind der zuständigen Behörde vor Beginn anzuzeigen; die Anzeige gehört zur Vorbereitung und ist im Angebot enthalten.

Bekomme ich einen Nachweis über die Entsorgung?

Ja. Asbesthaltiges Material wird als gefährlicher Abfall deklariert und in einer zugelassenen Anlage entsorgt. Sie erhalten die Belege für Ihre Bauunterlagen — bei einem späteren Verkauf ist das bares Geld wert.

Was kostet die Besichtigung?

Nichts. Wir sehen uns das Objekt an, schätzen den Aufwand ein und sagen Ihnen ehrlich, ob überhaupt Handlungsbedarf besteht.

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